Weststrasse 74
CH-8003 Zürich

Tel: +41 (0)44 201 91 09
info(at)muellersigrist.ch

 

Dokumentation PDF De En        Instagram

 

Quartierentwicklung Sternenfeld, Birsfelden

Quartierentwicklung Sternenfeld, Birsfelden

Bauherrschaft: Grundbesitzer und Baurechtnehmer
Wettbewerbsart: Testplanung
Rang/Preis: 1. Rang 
Jahr: 2019
Projektpartner: Westpol Landschaftsarchitektur, Basel

Dem intakten Siedlungsplan messen wir hohen Wert zu, sowohl als Zeuge einer Epoche als auch als Identifikationsträger. Dem Strukturerhalt wird trotz Erneuerungsbedarf höchste Priorität eingeräumt. Unser Vorschlag sieht Qualitative Verdichtung in drei Ansätzen vor: Anbauen, Ersetzen, Ergänzen. 

Der Ansatz der Erweiterung sieht Aufstockungen und den Anbau einer neuen Schicht vor, was Anpassungen der Wohnungsgrundrisse erlaubt. Bei Gebäuden die ersetzt werden müssen, soll die Gestaltung Bezug auf den Bestand nehmen und dessen Ausdruck neu interpretieren. Neu gesetzte Punktbauten mit öffentlicher Nutzung im Erdgeschoss sollen die Quartierstruktur ergänzen. 

Zur Aktivierung gemeinschaftlicher Nutzungen und Aktivitäten auf dem Areal schlagen wir die Gründung eines partizipativen Forums, des „Sternenrats“ vor.

Anbauen, vergrössern und umbauen.
Analog zu den Absichten einiger Baurechtsnehmer sieht dieser Ansatz die Erweiterung der Grundrisse der bestehenden Gebäude um eine Anbauschicht vor, was geringfügige Anpassungen der Wohnungsgrundrisse erlaubt. Des Weiteren werden die Gebäude der Typen B und C standortabhängig um 1-2 Stockwerke erhöht, wobei die Dichte zu den Rändern des Quartiers hin stärker erhöht wird. Bei den Gebäuden des Typs C ist zur Verbesserung der Zugänglichkeit zusätzlich die Addition von Liften vorgesehen, was mit einem relativ hohen baulichen Aufwand verbunden, zur Bereitstellung barrierefreien Wohnraums in diesen Gebäuden jedoch unumgänglich ist.

Ersetzen und Erhalten.
Bei einigen der Gebäude - insbesondere den niedrigen Zeilenbauten des Typs C - sind die von den Baurechtsnehmem gewünschten Umbauten nur mit hohem baulichen AufWand möglich. Hier bietet sich ein Teilersatz der Bausubstanz durch Ersatzneubauten an, um die Wohnungsgrundrisse auf veränderte Bedürfnisse wie Barrierefreiheit anzupassen, den Wohnungsmix zu erweitern sowie der geforderten Verdichtung Rechnung zu tragen. Nebst dem durchgehenden Ersatz der Gebäude des Typs C sieht dieser Ansatz auch den Ersatz der Gebäude der Typen A und B vor, wo dies den Absichten der Baurechtsnehmer entspricht. Der Ausdruck und die Gestaltung nimmt Bezug auf den Bestand und interpetiert diese auf neu.

Implantieren - Verknüpfungen von Aussenraum und Neubau.
Dieser Ansatz sieht die Erweiterung des Quartierkonzeptes um einen zusätzlichen Bautypus vor, welcher die bestehende Bebauungsstruktur ergänzen soll. Die neuen Gebäude sollen durch öffentliche Erdgeschossnutzungen den intergenossenschaftlichen Austausch fördern, die Freiräume im Quartier beleben sowie durch die Verteilung der öffentlichen Nutzungen die neuralgische Situation am bestehenden Quartierplatz entschärfen. Die Wohnungen in den Obergeschossen dienen den Baurechtsnehmem während etwaiger Um- und Neubauarbeiten als Rochadefiächen; dies erlaubt es, den Bewohnern während der Bauarbeiten Wohnraum im Quartier zurVerfügung zu stellen, welcher nach Abschluss der Arbeiten zur zusätzlichen Verdichtung des Quartiers beiträgt. Neue Wohnformen werden ernöglicht und gefördert.